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literatur · kurzbesprechungen
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Helaine Selin (ed.): Nature Across Cultures. Views of Nature and the Environment in Non-Western Cultures. Dordrecht – Boston – London: Kluwer, 2003. (Science Across Cultures: The History of Non-Western Science 4) 496 Seiten ISBN 1-4020-1235-7 Kluwer Academic Publishers: Online-Bestellung: |
Der Blick auf nicht-westlichen Umgang mit Natur und Naturwissenschaft ist relativ neu und ein Ergebnis der Fortschrittskepsis, die seit Ölkrise und Tschernobyl-Unglück aufgekommen ist. Menschen transformieren die Natur – das gilt für Jäger und Sammler genauso wie für die Industriegesellschaft. Der vorliegende Band dokumentiert in 23 Beiträgen Naturverständnis und Naturumgang in sehr unterschiedlichen Gesellschaften: Von Inuit bis zu Aborigenes, über Thailand und Indien nach Japan und China reicht die Perspektive, zwei Aufsätze zum Naturverständnis im Islam und dem biblischen und modernen Judentum schließen den Band ab. Die Suche nach alternativen Weltbildern, die den Vorstellungen einer von ökologisch heilen Welt entsprechen, kann freilich nicht dem Verdacht entgehen, von romantischen Motiven gespeist zu sein. Die Aufsätze dieses Bandes zeigen, dass es den ökologisch korrekten »Edlen Wilden« nicht gibt. Schon die Frage nach dem Begriff ›Natur‹ ist eine sehr westliche Fragestellung, und Natur ist am besten als Metapher zu verstehen, deren Bezüge ausgebreitet werden können. Die Grundsatzreflexion der ersten sechs Aufsätze des Bandes bereitet gut die spezielleren Untersuchungen vor, die in ihrer Detailliertheit exemplarisch zeigen, wie unterschiedlich ›Natur‹ und der Umgang mit ihr ist. Dass diese Aufsätze vielfach jahrelange Feldforschung zusammenfassen, macht den Band noch erhellender und für interkulturelle Philosophen zu einer Pflichtlektüre und Fundgrube zugleich. |
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