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Bloomington: Indiana University Press,
1988.
XII, 241 Seiten
ISBN 0-253-20468-2
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Was ist Afrika? Was heißt es, ein Afrikaner zu sein? Wie sieht das Verhältnis von Philosophie und "Afrikanismus" aus? Von diesen Leitfragen ausgehend, unternimmt Valentin Y. Mudimbe, der in den USA vergleichende Literaturwissenschaft lehrt, eine Archäologie des Wissens von und über das südlich der Sahara liegende Afrika. Mit dem Begriff der Gnosis zeigt er an, daß das "Wissen", welches Gegenstand seiner Studien ist, nicht offen daliegt, sondern die Konstruktion der Diskurse aus dem Hintergrund bestimmt. Diese Ordnung will Mudimbe herausarbeiten.
Angewendet auf die Situation der afrikanischen Philosophie in den späten 80er Jahren kommt Mudimbe zu dem Schluß, daß seit den 60er und 70er Jahren eine neue Generation, sensibilisiert durch epistemologische Wachsamkeit, die Verschlingungen von Ideologie, Anthropologie und Politik aufzuhellen versucht. Er zeichnet die Entwicklung der philosophischen Diskussion Afrikas von ihrer Etikettierung als "primitiver Philosophie" (durch Levy-Bruhl) oder als "Weltanschauung" über die Positionen der "Ethnophilosophie" (bei Tempels und Kagame), bis hin zu den zeitgenössischen "Aspekten afrikanischer Philosophie" nach.
Drei historische Trends lassen sich seiner Einschätzung nach dabei ausmachen: erstens philosophische Anthropologie oder Ethnophilosophie, zweitens ideologische oder politische Philosophie und drittens kritisch-reflektierte Philosophie. Seinen eigenen Entwurf, den er als »dynamische Anthropologie« kennzeichnet (184), versteht Mudimbe als eine Verlängerung der kritisch-reflektierten Philosophie, und zwar unter Berücksichtigung der historisch sich wandelnden Bestimmung des Anderen und der verschiedenen Beziehungen, die Europa im Laufe der letzten Jahrhunderte zu Afrika unterhalten hat.
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