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Bloomington: Indiana University Press,
1994.
XVII, 234 Seiten
ISBN 0-253-33898-0
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Valentin Y. Mudimbes Stärke, die vor allem im Erzählen von Geschichten liegt, tritt in The Idea of Africa besonders zutage. An die Stelle der großen Erzählung, die von einem Kontinent und einer Vielzahl verschiedener Kulturen handelt, die unter dem Namen "Afrika" bekannt sind, setzt er fünf kleine Geschichten für seine in den USA aufwachsenden Kinder. Ihnen (und natürlich auch den Lesern) möchte er so einen Eindruck von der Entstehung "Afrikas" vermitteln. Durch immer neue Ausflüge in die Geschichtsschreibung, die Geographie, die Literaturgeschichte und die Kunst baut Mudimbe seine These aus, daß Afrika älter und komplexer ist, als uns das europäische (Macht-)Wissen von Afrika glauben machen will.
Gegen die Fortsetzung der griechisch-römischen Thematisierung des Anderen als "barbarisch" und "wild" in der europäischen Idee von Afrika gerichtet, erzählt Mudimbe Geschichten von der Peripherie. Damit beschreitet er vorsichtig den Weg zu einer neuen Anthropologie, die sich auf die Herausforderung durch Heidegger einläßt: Weder wird die Deutung des Menschen als Idee vorausgesetzt, noch wird die Wesensfrage an das Sein gerichtet; statt dessen versucht sie, sich auf die Unsicherheit des Fragmentarischen und Subjektiven unseres Wissens von uns selbst einzulassen.
Mudimbes Weg erscheint als nachahmenswert, wenn auch, aufgrund seiner Spezifik, nicht unbedingt nachwanderbar. Gerade der Verzicht auf einen großen philosophischen Entwurf, die offene fragende Haltung und die Verbindung von genauer Beschreibung und Analyse des "Afrikanismus", machen das Buch lesenswert. Es bietet dem Neuling einen Überblick über die Gegenwart des afrikanischen Denkens und die Vergangenheit des Denkens über Afrika und steht für eine fruchtbare Anwendung und Weiterentwicklung der Untersuchungen der kulturellen Ordnungen. Zu bemängeln dagegen ist, daß Mudimbe seine eigene Position nicht klar in das Feld der gegenwärtigen afrikanischen Philosophie einordnet und so gleichsam außen vor bleibt.
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