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D.A. Masolo
African Philosophy in Search of Identity

Bloomington – Edinburgh 1994



english  
español  
Bloomington: Indiana University Press –
Edinburgh: Edinburgh University Press,
1994.
301 Seiten
ISBN 0-7486-0496-0



Indiana University Press:
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Edinburgh University Press:
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Afrikanische Auflage:

East African Educational Publishers, Nairobi 1995.

East African Educational Publishers Ltd.
Brick Court
Mpaka Road /
Woodvale Grove
Westlands
P.O. Box 45314
Nairobi
KENIA


Online-Bestellung:
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  Dieses Buch ist eine überzeugend gründliche Rekonstruktion der Geschichte der intellektuellen Debatte über afrikanische Identität im vergangenen Jahrhundert. Nach seinem Erscheinen 1994 wurde es schnell zum Klassiker und ist auf seinem Gebiet noch immer konkurrenzlos. Masolo beginnt im Jahr 1939 mit Césaires Begriff der Negritude. Er kontextualisiert das Aufkommen dieses Begriffs als Reaktion auf die herablassende Bezugnahme auf Afrika in der europäischen Geistesgeschichte seit der Aufklärung und verfolgt, wie die amerikanische Harlem Renaissance der 20er Jahre die Negritude beeinflußt hat. Masolo bezieht die Charakterisierung der ideologischen Diskussion über "afrikanische Identität" in afrikanischen und afroamerikanischen Kreisen auf ein unterschwelliges, aber wichtiges Feld: die sogenannte Vernunftdebatte, die in der angelsächsischen Philosophie und Sozialwissenschaft der 70er und 80er Jahre eine wichtige Rolle gespielt hat.
  Hiermit wird der Schauplatz für Masolos Portrait der Debatte um afrikanische Philosophie bereitet. Die Debatte selbst wurde 1945 mit einer quasi-ethnologischen Studie zu afrikanischer Religion und Weltanschauung des belgischen Missionars Placide Tempels angefacht. Die nächsten Kapitel beschäftigen sich vor allem damit, wie afrikanische Missionare und Theologen (Kagame, Mbiti, Mulago) sich an Tempels' deskriptiven Ansatz anschlossen und an religiösen und linguistischen Systemen arbeiteten, unter der Annahme, daß die afrikanische Weltanschauung von Natur aus dazu neige, sich ins Christentum einzufügen. Interessanterweise integriert Masolo die scharfe Kritik an dieser "Ethnophilosophie" von Seiten antikolonialer, marxistischer und philosophisch geschulter afrikanischer Denker (Césaire, Hountondji, Towa) in das Portrait selbst. Die Diskussion, die den begrifflichen Fragen der Vernunftdebatte entsprechend geordnet ist, berührt auch bedeutsame Projekte und Tendenzen, die über die schlichte Opposition von "traditionalistischen" und "modernistischen" Denkern hinausgehen. In unterschiedlichem Grad werden Orukas Sage-Philosophy-Projekt, Sodipos und Hallens analytische Studien zur Yoruba-Epistemologie und Mudimbes Archäologie des "Afrikanismus", des (pseudo-)wissenschaftlichen Diskurses über Afrika, behandelt. Mit dem Abstand von mittlerweile sieben Jahren wünschte man sich allerdings, daß diese Forschungen etwas ausführlicher diskutiert worden wären.
  Masolos Buch, das zum zentralen Referenzwerk zu afrikanischer Philosophie geworden ist, läßt in seiner im allgemeinen gründlichen und verläßlichen Darstellung wenig Widerspruch aufkommen. Es ist zu erwarteten, daß es noch für einige Jahre ein unabdingliches Werkzeug für Studenten und Forscher auf diesem Gebiet bleiben wird.

Kai Kresse, London



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